"Einer allein kann das nicht" CDU-Antrag zu Energiewende
Die CDU in Lohra möchte alle Bürger mit ins Boot nehmen, wenn es um die Energiewende geht, und sie will dabei auch weit über die Gemeindegrenzen hinaus schauen. Vorbild für die Überlegungen ist das genossenschaftliche Prinzip der Agrokraft GmbH aus dem bayerischen Landkreis Rhön-Grabfeld.
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| Andreas Scholtz und Niklas Göpel |
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Über einen CDU-Antrag sollen die Gemeindevertreter von Lohra in ihrer nächsten Sitzung beraten: Es geht um eine Strategie zur Umsetzung einer Energiewende nach dem genossenschaftlichen Prinzip "Das Geld des Dorfes dem Dorfe". Um Genaueres zu erfahren, soll es eine Informationsveranstaltung mit der Genossenschaft Agrokraft aus dem bayerischen Rhön-Grabfeld-Kreis geben.
Mit dieser Veranstaltung, so CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Waßmuth im Gespräch mit dieser Zeitung, soll die Möglichkeiten einer nutzbringenden Zusammenarbeit bei der Produktion regenerativer Energien aufgezeigt werden.
Derzeit gehe alles ein wenig kreuz und quer, analysiert Waßmuth, der auch Fraktionschef der CDU im Kreistag von Marburg-Biedenkopf ist und die Situation in der heimischen Region kennt. Er spielt damit auch ein wenig auf die Initiative der Region Lahn-Dill-Bergland an, die bisher noch nicht von allen Gemeinde unterstützt wird. "Wir müssen möglichst den Großteil der Bevölkerung mitnehmen", umreißt er das Anliegen der Unions-Initiative. Darum solle auch ein überparteiliches Gremium wie eine Gemeinde zu einer solchen Informationsveranstaltung einladen. Für die Zukunft gelte es, so die CDU, für die Gemeinde Lohra ein Energiekonzept zu erarbeiten, das auch von vielen Bürgern mitgetragen werde könne. Der Fraktion schwebt eine Energiegenossenschaft nach dem Raiffeisen-Motto "Das Geld des Dorfes dem Dorfe" vor. Ideengeber ist eine Initiative namens Agrokraft aus der bayerischen Rhön, die sich für die Lohraner Union Andreas Scholz (Stellvertretender Fraktionsvorsitzender) und Niklas Göbel angeschaut haben.
Kommunen und Bürger der Region sollen kooperieren und Geld verdienen
Um zu verhindern, dass auswärtige Investoren die besten Flächen für Windräder für sich reservieren, haben sich in der Energiegenossenschaft beispielsweise sechs Kommunen zusammengetan und eine "Windpark e.G." gegründet, die über eine Gesamtfläche von 700 Hektar verfügt, auf der nun ein 60 Millionen-Projekt mit bis zu 17 Windrädern entstehen soll.
Die Genossenschaft soll sich auch um den Betrieb von Biogasanlagen und Photovoltaikparks kümmern. Es beteiligen sich neben den Kommunen auch viele Landwirte und Bürger aus der Region, so dass deren Kapital und auch die zu erwartenden Erträge wieder im Ort bleiben.
"Wir brauchen Bewegung in der Sache", wünscht sich Waßmuth, der nichts von Alleingängen jeder Kommune hält. Das Beispiel mit der neugegründeten Bürgerinitiative in Dautphetal-Holzhausen zeige zudem, wie wichtig auch eine gemeindeübergreifende Bürgerbeteiligung sei.
"Einer allein kann das nicht", so der CDU-Politiker, darum setzt er bei dem Ausbau regenerativer Energien auf die Gemeinschaft aller Bürger.
Quelle: Hinterländer Anzeiger am 5.1.2012
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